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Kühe mit Horn auf einer Alpweide in Graubünden. Es ist eine üppige Blumen- und Kräuterpracht zu sehen.

Möchten Sie Gras essen?

Natürlich lieben wir alle Gras. Wir machen auf ihm gerne ein Picknick, wir sitzen darauf in unseren Gärten und wir schauen zu, wie 22 Menschen darauf einem Ball nachjagen und versuchen, diesen in ein Tor zu schiessen. Aber essen, nein, essen wollen wir Grasland ganz sicher nicht.

Mehr Grasland als Wald auf der Erde

Beginnen wir mit ein wenig Statistik. Weltweit sind rund 40 % der Landflächen Grasland, während die Wälder nur 30 % ausmachen. Anders ausgedrückt: 60 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen sind Grasland. In der Schweiz sprechen wir von 1’150’000 Hektaren Grasland. Das entspricht hierzulande 78 % der gesamten land- und alpwirtschaftlich genutzten Flächen.

Weltweit sind rund 40 % der Landflächen Grasland, während die Wälder nur 30 % ausmachen.

Warum können Rinder von Gras leben, wir Menschen aber nicht?

Tatsächlich ist Gras sehr energiereich. Das Problem ist, dass diese Energie in Pflanzenteilen wie Cellulose, Pektin und Hemicellulose steckt, die wir Menschen nicht verarbeiten können. Bei Rindern sieht das hingegen ganz anders aus. Die Natur hat sich dafür wie so oft eine perfekte Lösung einfallen lassen. Rinder verfügen nämlich gleich über vier Mägen, den Labmagen, den Pansen, den Netzmagen und den Blättermagen.

Der wichtigste Magen der Rinder: Der Pansen

Der Pansen ist der grösste der vier Mägen und das hat einen triftigen Grund. Hier leben im perfekten, feuchtwarmen Klima Millionen von Mikroorganismen, die das Gras aufspalten. In diesem, einem Fermenter ähnlichen, Organ wird das zerkleinerte Gras zusammen mit viel Flüssigkeit durchmengt und so von den Bakterien gut erreicht und verarbeitet. Über die grossflächige Innenwand des Pansens können die von den Bakterien aufgespaltenen, kurzkettigen Fettsäuren ideal aufgenommen werden.

Hinzu kommt, dass Rinder, als Wiederkäuer, das Gras-Speichel-Gemisch immer wieder aufstossen und im Mund weiter zermahlen. Auch Schafe und Ziegen arbeiten nach diesem Prinzip. Da bei Kälbern in den ersten Lebenswochen sich die Bakterienkulturen jedoch noch nicht gebildet haben, sind sie zunächst auf die Milch der Mutter angewiesen.

Selbst wenn wir wollten, könnten wir Menschen also von Grasland nicht leben

Es ist uns Menschen also nicht möglich, die riesigen Grasflächen auf der Erde direkt zu nutzen. Unser Verdauungssystem ist einfach nicht darauf vorbereitet. Wir sind demnach auf die Wiederkäuer angewiesen, um die grossen Energiemengen im Grasland zu verwerten und in Proteine in Form von Fleisch umzuwandeln, die wir dann ausgezeichnet verdauen können.

Schau dir unter Mission oder auch bei Tierwohl an, wie wir mit Alpahirt das konkret angehen möchten.

Rinder wandeln für uns nicht nutzbare Energie in nutzbare Energie um

Sehen wir es doch mal ganz praktisch. Auf der Erde sind fast 60 Millionen Quadratkilometer Grasland. Das meiste davon, insbesondere in bergigen Ländern wie der Schweiz, kann nicht anderweitig genutzt werden. Das Gelände ist oft zu steil und unzugänglich oder die Bodenbedingungen lassen die Nutzung als Acker einfach nicht zu.

Was sollen wir also mit dem ganzen Grasland machen, wenn wir es nicht von Rindern und anderen Wiederkäuern bewirtschaften lassen? Warum sollten wir auf all diese riesigen Energiereserven für unsere Nahrung verzichten? Ganz sicher wäre das nicht nachhaltig und vernünftig gedacht.

Das Begehen des Graslandes durch die Kühe fördert die CO₂-Speicherkraft des Bodens

Lasst uns auch noch einen ganz anderen Aspekt beleuchten, der unmittelbar mit dem Halten von Rindern auf dem Grasland zu tun hat und noch einmal klarmacht, wie wichtig die Wiederkäuer für uns und die Umwelt eigentlich sind.

Rinder und andere Wiederkäuer sorgen durch ihren Betritt der Wiesenflächen für eine deutlich verbesserte Bodenqualität und fördern die Bildung von Humus. Sie massieren förmlich das Gras und dessen Wurzeln und regen so das Wachstum an. Dies führt am Ende zur Produktion von Humus, genauer gesagt zur Verbesserung der Humusqualität.

Und nun kommt die entscheidende Information:

Je Tonne Humus im Boden wird die Atmosphäre von 1,8 Tonnen CO₂ entlastet.

Humus besteht zu rund 50 % aus Kohlenstoff und die Speicherleistung des Bodens ist unmittelbar mit dem Wurzelwachstum des Grases verbunden. Dieses wiederum wird massgeblich durch die Kuh gefördert und der Kreis schliesst sich.

Der massvolle Umgang mit allem ist das ganze Geheimnis

Man hört immer wieder Aufrufe, kein Fleisch mehr zu essen, vegan zu leben und die Umwelt durch den Verzicht auf Rindfleisch zu schonen. Fraglos ist, dass wir bewusster leben und essen müssen und dass es so nicht weitergehen kann. Aber hat uns die Vergangenheit und die eigene Erfahrung nicht gezeigt, dass radikale Lösungen niemals gut sein können. Es kommt auf das richtige Verhältnis an, auf massvollen Umgang mit allen Ressourcen und auch dem Essen.

Es geht also am Ende gar nicht um die Frage, ob wir Gras essen wollen – wir können es schlichtweg nicht. Aber die Kuh kann es und sie kann uns so die bedeutenden Energiemengen von knapp 60 Millionen Quadratkilometern Grasland zur Verfügung stellen.

 

Quellen: 
Bodenatlas 2015
Globale Landflächen und Biomasse
Anita Idel: Die Kuh ist kein Klima-Killer!

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